Zinnrestauration | Informationen über Zinn

Feb/10

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Zinn als Werkstoff im Zinngießerhandwerk

ZinnblöckeZinn ist seit dem Altertum bekannt. Schon in der Bibel wird unter anderm Zinn im 4. Buch Mose 31 Vers 22 und vom Propheten Hesekiel 27 Vers 12 genannt. Es wurde hauptsächlich als Legierungsbestandteil in der Bronze verwendet. Im 12. Jahrhundert begann in Sachsen der Zinnbergbau im Erzgebirge, der in der nachfolgenden Zeit zu einem wichtigen Zinnlieferanten mit qualitativ gutem Zinn gehörte. In der Nachkriegszeit  wurde das Erzgebirge noch einmal zu einem wichtigen Zinnlieferanten in Sachsen bis schließlich um 1990 der Zinnbergbau eingestellt wurde.

Begleitend zum sich ausweitenden Zinnbergbau im 12. Jahrhundert entwickelte das Zinngießerhandwerk und es bildeten sich die Zünfte die die Regeln zur Ausübung des Handwerkes festlegten. Zinn ist in der reinen Form für den Zinnguss ungeeignet. Deshalb legierte man das Zinn mit einer bestimmten Menge eines anderen Metalls um es geschmeidiger und fester zu machen. Das gebräuchlichste Zusatzmetall war zu dieser Zeit Blei.

Die am häufigsten, auch in Sachsen, verwendete Legierung bestand aus 10 Teilen Zinn und 1 Teil Blei, auch Nürnberger Probe oder Probezinn genannt. Für Teile, die nicht mit Lebensmitteln in Berührung kamen wie Henkel, Griffe, Vasen und Leuchter war auch ein höherer Bleizusatz erlaubt, das so genannte Mankgut. Die zu dieser Zeit qualitätvollste Legierung nannte sich Klar und Lauter. Ihr wurden 2 bis 3 Teile Kupfer, Messing und teilweise etwas Wismut zugesetzt.

Zinnmarken Jörg MannDamit das von der Zinngießerzunft festgelegte Mischungsverhältnis eingehalten wurde und von der Zunft kontrolliert werden konnte wurde das Markenwesen eingeführt. Die Zinnmarken wurden vom Zinngießer in das fertige Zinngerät mit einem Eisenstempel meist auf dem Boden eingeschlagen. In Sachsen wurden drei Marken eingeschlagen: einmal die Stadtmarke und zweimal die Meistermarke oder umgekehrt.

Die zulässigen Legierungsbestandteile wurden in der Zinngießerverordnung festgelegt. Sie wurde 1614 und 1708 erneuert und erlaubte nach wie vor das Mischungsverhältnis von 10 Teilen Zinn und 1 Teil Blei. Auch das Zinngesetz von 1887 (Reichsgesetz) erlaubte noch einen Bleizusatz von 10%. Ab 1974 sind die Zusatzmengen die der Zinnlegierung zugefügt werden dürfen in der DIN 1704 und der DIN 17810 festgelegt. Demnach sind bei einem Grundwerkstoff von mindestens 95% Zinn die Zulegierung von bis zu 2% Kupfer, 2% Antimon und 0,5% Blei erlaubt. Heute wird kein Blei mehr zugesetzt.

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